Montag, 25. Juni 2018
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Chronik Löschbezirk Weiskirchen / Konfeld

 

I. Löschbezirk Weiskirchen

Im Jahre 1882 wird im Ort Weiskirchen die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Entsprechende Statuten hatten sich die 55 Mitglieder am 03.05.1882 gegeben, die gemäß der damals bestehenden Feuerordnung vom 02.Januar 1837 vorgegeben waren.

Ende der zwanziger Jahre erhielt Weiskirchen ein neues Gerätehaus hinter dem Altbau der Schule. 1936 erhielt man eine Tragkraftspritze (TS) der Marke DKW, die mit einem Handkarren zu den Brandeinsätzen gezogen worden war. Über die Kriegsjahre war es um die Feuerwehr schlecht bestellt. Der Brandschutz wurde wie überall durch die jüngsten und älteren Mitbürger, darunter auch Frauen, gewährleistet.

Im Jahre 1951 erhielt die die Feuerwehr Weiskirchen das erste Feuerwehrfahrzeug, ein LF 8 der Marke Citroen.

1955 schließt sich die Übergabe einer neuen TS 8/8 von Metz mit einem TSA an.

1958 wurde der Brandschutz durch ein TLF 16 von Mercedes ergänzt. Der sogenannte Tanker tat über mehrere Jahrzehnte einen zuverlässigen Dienst. Bis zur Fertigstellung des Gerätehauses auf dem unteren Marktplatz fand der Tanker Unterkunft in einer Garage bei der Familie Scherer, Auf der Heide. 1959 wurde das Gerätehaus seiner Bestimmung übergeben. 1966 ergänzte ein LF 8 der Marke Mercedes den Fahrzeugbestand, welches heute noch im Dienst der Feuerwehr steht. 1970 wurde von dem damaligen Wehrführer des Amtsbezirkes Weiskirchen ein gebrauchter DKW Jeep im Privateigentum als ELW in Dienst gestellt. 1974 ergänzet ein gebrauchter Opel Bedford als Nachfolger des LF 8 Citroen den Bestand als Gerätewagen. Im Jahre 1976 kam dann das LF 16 von Magirus, welches mit der neuen vom Kreis zugeteilten Rettungsschere ausgerüstet wurde. Der Opel Bedford trat nun in die Dienste des Löschbezirks Thailen.

Schließlich wurde im Jahre 1991 der legendäre Tanker gegen ein TLF 16/25, Mercedes-Fahrgestell mit Ziegler-Aufbau, ausgetauscht. Im Jahre 1994 hatte die Gemeinde Weiskirchen den ausgemusterten Tanker Baujahr 1958 in die 22.000 Einwohner zählende Kleinstadt "Cidreira" in Brasilien, in der Nähe von Porte Allegro verschenkt, wo er als Einsatzfahrzeug seine letzte Bleibe fand.

 

II. Löschbezirk Konfeld

Im Jahre 1887 wird in Konfeld per Gemeinderatsbeschluß eine Pflichtfeuerwehr aufgestellt. Nach 40 Jahren Pflichtfeuerwehr wird im Jahre 1927 eine freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen. Dadurch, dass sich einige Jahre später junge Männer des Radsportvereines zum organisierten Brandschutz bekennen, erfährt die Feuerwehr Konfeld in ihrem Ortsleben eine große Bedeutung und Anerkennung.

Zu Kriegszeiten mussten die Älteren und Jüngsten den Brandschutz übernehmen. Im Jahre 1950 erhielt man in Konfeld in der Morscholzer Straße ein neues Gerätehaus, welches Anfang der siebziger Jahre in baufälligem Zustand abgerissen werden musste. Danach stellte die Gemeinde in der Bergstraße eine Fertiggarage zur Verfügung, wo man lediglich die wenigen notwendigen Gerätschaften unterstellen konnte. Am 01.05.1957 war Übergabe und Einsegnung einer neuen, heute noch gut erhaltenen TS 8/8 mit TSA.

Im September 1979 wird das neue TSF VW/Metz dem Löschbezirk übergeben. Das Gebäude der ehemaligen Ölmühle Plachner wurde von der Gemeinde gemietet und notdürftig von den Feuerwehrleuten eingerichtet. Wegen Kündigung des Mietverhältnisses musste das TSF von 1989 bis 1991 in der Garage des Anwesens Josef Meiers untergebracht werden. Diese Garage war sehr eng und sowohl für das Abstellen des Fahrzeuges als auch für die anderen Gerätschaften total ungeeignet.

Trotz dieser über Jahrzehnte lang andauernden Hemmnisse und Missstände hielten ein guter Kameradschaftsgeist und ein erfolgreiches Wirken bei Einsätzen  und Übungen die Kameraden zusammen, so dass der Brandschutz für den Ort Konfeld jederzeit gewährleistet war.

 

Löschbezirk Weiskirchen / Konfeld gemeinsam

Bedingt durch das fehlende Gerätehaus in Konfeld und den desolaten Zustand des Gerätehauses Weiskirchen, machte man sich im Jahre 1987 im Gemeinderat darüber Gedanken, wie man den beiden Löschbezirken eine artgerechte Unterkunft gestalten konnte. Die Sanierungskosten für das Gerätehaus Weiskirchen wurden auf ca. 300.000 DM geschätzt. Im Rahmen von Verhandlungen von Seiten der Gemeinde, unterbreitete Innenminister Friedel Läpple den Vorschlag, für die beiden Löschbezirke ein gemeinsames Gerätehaus zu bauen. Voraussetzung hierfür war jedoch eine Fusion von beiden Löschbezirken und später in ein eigens dafür vorgesehenen Gremien, beschloß man unter der vorgegebenen Situation Ende des Jahres 1987 die Fusion beider Löschbezirke mit allen Konsequenzen, weil sich keine Alternative eingestellt hatte. Im Blickpunkt hatte man ein neues, gemeinsames, funktionsgerechtes Gerätehaus.Obwohl bei einer Minderheit der beiden Löschbezirke sich auf Grund dieser Entscheidung Pessimismus breitmachte, nahm der gesamte Verlauf in der Folge eine absolut positive Entwicklung. Der heutige Löschbezirk Weiskirchen/Konfeld dessen Fusion im Frühjahr des Jahres 1991 vollzogen worden war, hatte damals 63 aktive Mitglieder, 16 Kameraden in der Altersabteilung und 16 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Der Löschbezirk ist Stützpunktwehr in der Gemeinde und optimal ausgerüstet. Trotz der heute zunehmenden Herausforderung bei Einsätzen, vor allem technischen Einsätzen, sowie im Umgang mit allerlei Gefahrstoffen wird man sich bemühen, dieser Herausforderung durch Kameradschaftsgeist und persönlicher Hingabe gerecht zu werden, um unserer Bevölkerung ein sicheres Dasein bieten. Bei der Fusion der beiden Löschbezirke wurden BM Peter Theobald als Löschbezirksführer und BM Hermann Scheid als Stellvertreter gewählt.

Am 09.02.1989 schreitet der Wehrkamerad HBM Manfred Barth zum absoluten Höhepunkt seiner Feuerwehrlaufbahn. Nach 20 Jahren Wehrführer des Amtes und später der Gemeinde Weiskirchen wird er zum Kreisbrandinspektor des Kreises Merzig-Wadern gewählt und ernannt. Im Jahre 1991 wird er stellv. Landesbrandinspektor.

Nach Fusion der beiden Löschbezirke Weiskirchen und Konfeld zum Löschbezirk Weiskirchen/Konfeld wachsen die beiden ehemaligen Löschbezirke nach anfänglich etwas gegenseitigem Misstrauen zu einem Löschbezirk mit Vorbildfunktion zusammen, weil alle wichtigen Funktionen aus Mitgliedern beider Löschbezirke in der ersten Periode getragen werden. Bei der nächsten Wahl hatte sich das Aufteilen der Funktionen schon erledigt, es gab nur noch einen Löschbezirk, der in der Folge bis heute mit Bravour seine ihm aufgetragenen Arbeiten erledigt.Viele Löschbezirke aus anderen Gemeinden aus dem Saarland informierten sich danach hier über die Formalitäten des Ablaufs einer Fusion, der positive Zusammenschluß hatte sich offenbar rundgesprochen.

Am 20.08.1998 wird Manfred Barth zum Ehrenwehrführer der Gemeinde Weiskirchen und am 01.09.1998 zum Ehrenkreisbrandinspektor des Landkreises Merzig-Wadern ernannt. Für besondere Verdienste wurde Manfred Barth am 26.05.1999 das Bundesverdienstkreuz am Bande von Bundespräsident Roman Herzog verliehen.

Nachdem der ehemalige Wehrführer Karl Josef Kasch leider aus persönlichen Gründen sein Amt niedergelegt hatte, wurde mit Datum des 14.03.1999 der Löschbezirksführer Peter Theobald zum Wehrführer und am 25.04.1999 der OLM Jürgen Barth zum Löchbezirksführer des Löschbezirkes Weiskirchen/Konfeld gewählt.

Am 18.08.1994 wurde ein Allzweck-Einachsanhänger der Marke Eigenbau unter der Federführung des damaligen Fahrzeugwartes Franz Barth in Betrieb genommen.

Am 21.11.2002 wurde der bisherige ELW des Löschbezirkes (VW T3 MZG-259), zuvor beschafft aus Polizeibeständen der saarländischen Polizei, durch einen ELW (VW T4) ersetzt. Dieses Fahrzeug, Baujahr 1995, wurde dem Löschbezirk von der Fa.Wahlen und Schabbach als Geschenk überreicht. In eigener Regie unter der Federführung des Löschbezirksführers Jürgen Barth wurde das Fahrzeug zu einem funktionalen ELW ausgebaut.

Das Sommerfest des Löschbezirkes am 10.07.2004 war unter anderem Anlass dafür, bei der Feuerwache in Weiskirchen einen Übungsturm einzuweihen, welcher allen Löschbezirken unseres Kreises und der in unserer Gemeinde ansässigen Höhenrettungsgruppe des Landkreises für Übungen aller Art zur Verfügung steht. Die Höhenrettungsgruppe des Landkreises hat ihren Sitz in der Gemeinde Weiskirchen und ist in der Feuerwache des Löschbezirkes Weiskirchen/Konfeld beheimatet.

Am 18.05.2005 wurde das 40 Jahre alte LF 8 Mercedes durch einen gebrauchten MTW, VW LT 28, Baujahr 1999, ersetzt.

Der Brandmeister Christoph Kuhn, seit dem Jahr 2003 als Nachfolger von Hermann Scheid für den Atemschutz auf Gemeindeebene verantwortlich, wurde am 20.03.2005 zum Löschbezirksführer des Löschbezirkes Weiskirchen/Konfeld gewählt.

Schließlich konnte der Löschbezirk am 31.05.2006 ein nagelneues HLF 20/25 in Betrieb nehmen. Das mit 2500 Litern Wasser, einer dreiteiligen Schiebe - und einer vierteiligen Steckleiter, einem Rettungssatz und einem Sprungpolster sowie pneumatischem Lichtmast beladene Fahrzeug leistet ab diesem Zeitpunkt als Mehrzweckeinsatzfahrzeug seine Dienste. Hierfür ausgesondert wurden der bis dato eingesetzte GW (VW LT 31, TSF des ehemaligen Lbz. Konfeld) und das 30 Jahre alte LF 16 Magirus. Gleichzeitig in Dienst gestellt wurde ein gebrauchter TSA der Fa. Ziegler.

Den Einsatzkräften stehen für die anfallenden Einsatzarbeiten des Löschbezirkes ein ELW 1, ein HLF 20/25, ein TLF 16/25, ein MTW, ein TSA, ein Allzweckanhänger sowie ein Schlauchboot zur Verfügung.