Donnerstag, 19. April 2018
Notruf: 112

Was verbirgt sich unter dem Begriff "Höhenrettung"

Das Auf- Abseilverfahren auch als spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen ( SRHT ) oder Höhenrettung bezeichnet, ist ein Verfahren, das unter Anwendung spezieller Geräte und Ausrüstung ein sicheres Überwinden von Höhenunterschieden ermöglicht.
Dabei kann mit verschiedenen Methoden des Auf- Abseilverfahrens jeder beliebige Punkt an einem Objekt erreicht werden.
Dieses Verfahren unterscheidet sich grundsätzlich von der herkömmlichen Methode der Menschenrettung und erfordert deshalb eine spezielle Ausbildung. Die Höhenrettungsgruppen kommen dort zu Einsatz, wo konventionelle Rettungsmethoden ( zb. Drehleiter) nicht mehr greifen. Zur Brandbekämpfung und bei der Durchführung der technischen Hilfeleistungen besteht immer die Möglichkeit, dass sich Feuerwehrleute in absturzgefährdete Bereiche begeben müssen, wo eine Sicherung gegen Absturz unbedingt erforderlich ist. Hier kann es vorkommen dass die Ausrüstung ( Geräteset- Absturzsicherung ) nicht eingesetzt werden kann, da die Einsatzgrenze überschritten wird. Auch hier sind dann besondere Verfahren und Einsatzgeräte erforderlich. Die Höhenretter arbeiten mit Geräten und Ausrüstungsgegenständen aus dem alpinen Bereich, der Industrie und der Höhenarbeit sowie Feuerwehr eigenen Gerätschaften. Dazu gehören zum Beispiel: Statik-, und Dynamikseile, Schlingen, Rollen, Steigklemmen, diverse Karabiner und Seilbremsen, verschiedene Abseilgeräte, Flaschenzüge und spezielle Krankentragen. Der Höhenretter muss in der Lage sein, entsprechend der vorgefundenen Situation die Geräte und Verfahren so sinnvoll und sicher zu kombinieren, das für die zurettende Person eine optimale Rettung möglich und für den Retter und die zurettende Person höchste Sicherheit gewährleistet ist.

Aufgaben der Höhenrettung

- Rettungs- und Hilfeleistungseinsätze in Höhen und Tiefen. ( SRHT )
- Sicherung von Einsatzkräften in absturzgefährdeten Bereichen.
- Rettungen und Bergungen aus unwegsamen Geländen.


 

Einsatzmöglichkeiten

Die Einsatzschwerpunkte der Höhenrettungsgruppen liegen in der Rettung von verunglücken oder verletzten Personen auf zb. Baukränen, Gerüsten, Sendemasten, Bäumen, hohen oder schwer zugängigen Gebäuden, sowie die Rettung aus Baugruben, Silos und Schächten.
Auch das Sicher und Unterstützen von Einsatzkräften bei Sturmschäden und Unwettern gewinnt immer mehr an Bedeutung.


 

Ausbildung

In der Höhenrettung gibt es drei Ausbildungsstufen:

  1. Grundlehrgang im Höhenrettungsdienst ( Ausbildungsdauer ca. 80 Stunden )
  2. Ausbilder im Höhenrettungsdienst ( Ausbildungsdauer ca. 80 Stunden )
  3. Fortbildungslehrgänge für Ausbilder ( Ausbildungsdauer ca. 24 Stunden )
    Bei dieser Fortbildung werden immer wieder neue Techniken, Materialen und Gerätschaften vorgestellt und die Handhabung eingeübt.

Es müssen jährlich 72 Übungsstunden von jedem Höhenretter erbracht werden.

Regelmäßiges Training ist die Grundvoraussetzung, um sich für den Einsatz fit zu halten und für den sicheren Umgang mit den speziellen Gerätschaften, an denen nicht nur das eigene Leben hängt.