Sonntag, 27. Mai 2018
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Der 65-Jährige wurde am Sonntag im wahrsten Wortsinn mit Pauken und Trompeten (von der Feuerwehrkapelle Wadern) sowie mit vielen lobenden Worten langjähriger Wegbegleiter aus dem Kreise der Feuerwehr verabschiedet. Zu der Zeremonie war auch eine Abordnung der Feuerwehr aus der Partnerstadt Bourbonne les Bains angereist, außerdem nahmen Vertreter weiterer Hilfsorganisationen und der kommunalen Politik daran teil. Die offizielle Verabschiedung übernahm der oberste Feuerwehrmann der Gemeinde, Bürgermeister Werner Hero.

„Wir verabschieden Peter Theobald mit einem weinenden und einem lachenden Auge. In den über vier Jahrzehnten der ehrenamtlichen Tätigkeit als aktiver Feuerwehrmann, davon 18 Jahre als Wehrführer der Kurgemeinde, hat er sich in hohem Maße um das Gemeinwohl verdient gemacht und etliche Prozesse mit sozialer Kompetenz und auch guter sowie erfolgreicher Entscheidungskraft auf den Weg gebracht“, betonte der Verwaltungschef. Zum Dank für die vorbildliche Gesinnung und geleistete ehrenamtliche Tätigkeit überreichte Hero die Gräfin-Jutta-Medaille in Gold mit entsprechender Ehrenurkunde. Diese höchste Auszeichnung, die die Kur-Gemeinde vergeben kann, sei ein Zeichen besonderer Anerkennung und Respekt vor seiner Lebensleistung, sagte Hero. Sein Dank galt auch der Familie mit Ehefrau Mechthild und den Töchtern Claudia und Laura.

Hero listete den Werdegang des emsigen Feuerwehrmannes auf (siehe Info). Weitere Funktionsträger der Feuerwehr schlossen sich den Dankesworten Heros an, zollten Theobald viel Achtung und Respekt. Bernd Becker, der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes, sowie Georg Flesch, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, würdigten die Verdienste Theobalds mit der Verleihung des Deutschen Feuerwehrehrenabzeichens in Gold, der höchsten Auszeichnung, die ein Feuerwehrmann erreichen kann. „Theobald hat die besonderen Werte des Feuerwehrwesens persönlich gelebt und vorgelebt, war ein großes Vorbild“, versicherte Becker.

Kreisbrandinspekteur Siegbert Bauer betonte das engagierte und zuverlässige Handeln von Theobald, das gepaart gewesen sei mit viel Fachkompetenz und Sachverstand. Theobald sei in der Feuerwehr Weiskirchen geradezu eine Institution gewesen, die nur schwer zu ersetzen sei. Volker Schulligen, Löschbezirksführer von Weiskirchen-Konfeld, und Gemeinde-Jugendwartin Heike März bescheinigten dem ausscheidenden Wehrführer, ein guter Lehrmeister und ein großes Vorbild gewesen zu sein, der auch viel Wert auf eine stets gepflegte Kameradschaft gelegt habe.

„Peter hat mir sicherlich große Fußstapfen hinterlassen, aber auch eine gut aufgestellte und intakte Wehr, die es zu bewahren gilt. Er hatte stets eine gute Hand beim Ableisten der Einsätze. Auch mir hat er als Ausbilder und Vorgesetzter sehr viel beigebracht, er wird wohl ein Vorbild bleiben“, versicherte Jürgen Barth, der Nachfolger im Amt des Gemeinde-Wehrführers. Nach vielfältigen Dankesworten von Theobald, primär an die Familie gerichtet, die ihm das Hobby Feuerwehr gestattete, aber auch an die vielen Funktionsträger auf Führungsebenen sowie an unzählige Wegbegleiter in seinem Feuerwehrleben, gab es ein großes Händeschütteln der vielen Gäste bei der Abschiedsfeier.

Zum Thema:

Zur Person Peter Theobald ist erstmals 1967 in die Feuerwehr beim Löschbezirk Weiskirchen eingetreten. Schmerzlich war für ihn ein Unfall mit Wadenbeinbruch anlässlich einer Übung der Jugendwehr, da er auf Geheiß seines Vaters wieder austreten musste, weil dadurch die Berufsausbildung Schaden nehmen könnte. Die Auszeit dauerte sechs Jahre, aber dann trat er doch wieder der Feuerwehr bei, übernahm 1973 nach der ersten Übung gleich als Jugendwart die Verantwortung einer Führungsaufgabe. Auf Anhieb gewann er 16 neue Nachwuchs-Feuerwehrleute. 13 Jahre übte er diese Funktion aus, ehe er 1986 zum stellvertretenden und 1989 zum Löschbezirksführer des noch eigenständigen Löschbezirks (Lbz) Weiskirchen gewählt wurde. In den Folgejahren wurden die Löschbezirke Konfeld und Thailen integriert. Gemeinsamer Löschbezirksführer wurde Theobald 1991. Die Wahl zum Gemeindewehrführer erfolgte 1999. Ein neues Gerätehaus in Weiskirchen fällt in seine Ära, dazu die Beschaffung von diversen Fahrzeugen, speziellen Gerätschaften sowie Ausrüstung und Einsatzkleidung.

 Quelle: SZ / Erich Brücker / Bilder Feuerwehr